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Das Loblied auf den Fußball ist ein Bandohrwurm. Von der FIFA bis zum Dorfverein heißt es: Fußball fördert Weltoffenheit, steht für „Völkerverständigung“ und Integration. Manche behaupten gar, dass verstärkter Wettberwerb und Leistung sogar ein Garant gegen Diskriminierung seien. Und im Januar 2001 schlug der schwedische Abgeordnete Lars Gustafsson die FIFA für den Friedensnobelpreis vor. Genau darauf arbeitete Sepp Blatter hin, als er zur WM 2002 versuchte, Spiele nach Nordkorea zu verlegen und so eine koreanische Wiedervereinigung anzustiften.
Doch Sport hält noch immer soldatisches Verhalten warm und griffbereit, funktioniert als bestes Kapitalismustraining für die Ellenbogengesellschaft. In einer Studie kommen Marie-Luise Klein und Jürgen Kothy 1998 zum Schluss, dass im schlimmsten Falle „Sport als Antriebsmotor für gesellschaftliche Ungleichheit“ gilt. So viel zu den Frühstücksgedanken vom WM-losen Inselstrand.
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